Neuseeland – Bootskauf – vom 17.3. bis 23.3.2017

Wir liegen in der Paroa Bay sehr ruhig im Windschatten der Küste. Zeit für weitere kleine Pflege- und Wartungsarbeiten an der Pacifico. Da gibt ein Solarpanel keinen Strom mehr, weil die Kontakte korrediert sind, die Lackierarbeiten nehmen kein Ende und eine Schicht Lack kommt auf die nächste. Ich mache zum ersten Mal in meinem Leben einen Ölwechsel bei einem Motor und wechsle den Impeller aus.

Hermann hat die neue Andersen-Winsch für das Großsegel „unter Wind“. Es ist bereits die zweite Version, nachdem die erste sich nach kurzem Einsatz anfing innerlich aufzulösen. Es bildeten sich kleine Zähnchen im Metall und kaum benutzt, fing das teure Teil an zu haken.
Unterwegs haben wir die nun nagelneue Winsch erstmalig im Einsatz gehabt und siehe da, auch hier zeigen sich jetzt schon erste Anzeichen, das auch diese Winsch Probleme hat. Der daraus resultierende Schriftwechsel mit Ronstan/Andersen beschäftigt ihn schon seit Tagen. Wir sind gespannt auf die Lösung. 

Ich hatte mein zweites Angebot für die Altaïr gleich am Mittwoch an den Broker gesendet. Am Freitag kommt dann heraus, dass es noch gar nicht weiter gesendet wurde und es infolge dessen auch noch keine Antwort darauf geben kann. Also warten und hoffen, dass die Antwort dann am Montag eintrifft. Geduld ist eine Tugend, oder?

Aber wir freuen uns hier in diese Ruhe und Stille der Natur sein, anstatt in der doch eher etwas unruhigen Stadt-Marina. Wir sind ja gut versorgt, mit allem was wir so benötigen. Zumindest dachten wir das, bis wir merken, dass das fünf-Kilo-Paket Reis plötzlich alle ist, die letzte Dose Thunfisch wohl schon in Whangarei verbraucht wurde und die Ersatzflasche Haarshampoo eine Flasche Body-Lotion ist.

Am Samstag Morgen überwindet sich Hermann ins 22° kalte Wasser zu gehen, um nach der Schraube zu schauen und den Rumpf etwas zu reinigen. Hier tut nach langer Zeit der Neopren-Shorty ganz gute Dienste. Da lässt es sich länger im Wasser aushalten. Ist doch etwas anderes, als die mindestens fünf Grad wärmeren Wasser-Temperaturen in Samoa und Fiji.

Danach geht es zum Einkaufen nach Pahia. Der Wind ist günstig, sodass wir fast die ganze Strecke segeln können. Was wir dann leider erst später bemerken, ist, dass der Wind zwar günstig zum Segeln war, aber dann doch so stark, dass der zum Trocknen aufgehängte Neo-Shorty plötzlich verschwunden ist. Schade um das gute Stück. Vielleicht findet es jemand und freut sich noch darüber.

Hermann lässt mich in Pahia am Steg eben mal schnell raus, den anzufahren bei Flut in dem sonst sehr flachen Wasser kein Problem macht. Eine halbe Stunde später sammelt er mich mit meinen Einkäufen wieder ein und es geht weiter nach Opua. Doch so einfach, wie wir uns das vorstellen, geht es an diesem Tag nicht. Im Fahrwasser sind bestimmt mehr als einhundert Schwimmer unterwegs. Da können wir nicht durch. Eins der Begleitboote der Schwimmer instruiert uns, wie weit wir auf die andere Seite Richtung Russel müssen, bevor wir dann Richtung Opua steuern können.

In Opua werde ich wieder am Steg abgesetzt und die Pacifco geht dann neben der Meerbaer vor Anker. Beim Ship-Chandler noch schnell ein paar Kleinigkeiten für Pacifico besorgen, dann ist für mich ein kleiner Landausflug angesagt.
Es geht nach Kerikeri in die dortige Schokoladen-Fabrik zum Kaffeetrinken. Es gibt dort neben tausend Köstlichkeiten, die zum Verkauf angeboten werden, auch ein verführerisch leckeres Kuchenangebot, mal ganz abgesehen von dem Eissortiment. Nach der Figurpflege ist anschließend noch Zeit für einen Besuch des Stonehouses, das erstes Haus dieser Art aus der Zeit der Besiedlung Neuseelands. In dem Haus ist unten ein Souvenir Shop eingerichtet. Gut das ich wegen dem Bootskauf nicht in Shoppinglaune bin. Doch das Angebot begeistert mich, weckt es doch Kindheitserinnerungen. Einen solchen Teppichklopfer hatten wir früher auch Zuhause. Oder die Blechschachtel mit dem Fahrrad-Flickzeug. Es gibt dort tausend Dinge zu entdecken. Schade das wir nicht mehr Zeit haben, uns auch den großen Park mit seinen historischen Plätzen anzusehen. Beim nächsten Mal.

 
Doch wir müssen zurück, denn am späten Nachmittag ist auf der Pacifico zum Sundowner eingeladen und damit will ich Hermann nicht allein lassen.
Es wird eine gemütliche Kaffee-Kuchen-Campari-Wein-Chips-Runde mit Meersbaers und Green Duck.
Weil es gerade so schön ist, gehen wir mit Ludger noch an Land in den Sailing-Club, wo wir den Abend in geselliger Runde mit den Seglern der Sabir, Qi, Julia, Quo Vadis und eben Green Duck verbringen. Und natürlich ist auch mein Bootskauf Thema. Durch Radio Coco und Facebook verbreiten sich solche Nachrichten in der Runde in Nullkommanichts.

Soviel geballtes Social-Life sind wir eigentlich gar nicht gewohnt, und doch war es ein richtiger schöner Tag, eine tolle Abwechslung nach den Tagen unterwegs.
Hermann schaut sich am Sonntag Morgen bei den Meerbaers den neuen Free-Diver an. Nicht so komplex, wie eine Tauchausrüstung, jedoch sehr hilfreich, um in kleineren Tiefen zu tauchen, um beispielsweise das Unterwasserschiff zu reinigen oder Notarbeiten unter Wasser durchzuführen. Ich denke, dass wird die nächste neue Anschaffung auf der Pacifico werden.
Ich lass mich von Claus von der Julia abholen, um eins seiner Kajaks auszuprobieren, die er eventuell verkaufen möchte. Schließlich möchte ich auf ein Kajak zukünftig nicht verzichten und Claus würde es mit nach Fiji bringen. Eine tolle Gelegenheit für mich. Doch nach der Probefahrt bin ich froh, dass ich es vorher testen konnte. Es ist insgesamt zu kurz, zu hoch und dadurch leicht kippelig. Und dann ist mir auch das Paddel zu kurz. Das von Pacifico ist da 2,30 m lang und gefällt mir wesentlich besser. Also entweder hier nach etwas anderem umschauen oder dann erst in Fiji.

Opua ist kein Dauerliegeplatz nach unserem Geschmack. Zu viele Boote und das Wasser ist sehr trübe. Diesmal wollen wir nun in die Paradise Bay und lichten Sonntag Mittag schon wieder unseren Anker. Als wir um die Landspitze von Russel kommen, entscheiden wir uns wegen dem Wind spontan um. In der Paradise Bay könnte es recht schaukelig werden. Also lieber nach Norden in die schöne Wairoa Bay.

Die nächsten Tage verbringen wir mit Warten auf Antworten und Reaktionen. Hermann wegen der Andersen Winsch, ich warte auf die Reaktion zu meinem Kaufangebot.
Bei Sonnenschein gehen wir schwimmen, erledigen dies und das. Segeln zurück in die Paroa Bay, wo am Mittwoch Morgen kurz vor zehn Uhr endlich die Nachricht kommt, dass die Eigner mein letztes Angebot für die Altaïr angenommen haben.
Ich freue mich riesig, bin aufgeregt, alles was bei so einem Schritt dazu gehört. Doch natürlich weiß ich auch, dass es noch eine ganze Reihe von Dingen zu erledigen gibt, bevor ich wirklich dann an Bord meines Bootes sein werde.
Doch den wichtigsten Punkt habe ich auf der langen Liste jetzt erledigt: wir sind uns über Kaufpreis und die Modalitäten einig.
Jetzt kann es richtig losgehen und ich freue mich auf meine AMIGA.

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